Band 1 -1914 – 1918
Dr. Alfred Wesselmann stellte sein neues Buch „Lengerich von 1914 bis 1945, Band 1“ erstmals der Öffentlichkeit vor. Der Sitzungssaal des Rathauses bildete mit voller Bestuhlung einen angemessenen Rahmen für die Vorstellung.
Bürgermeister Björn Schilling betonte in seinem Grußwort die Bedeutung lokaler Geschichtsschreibung. Er hob hervor, wie wichtig es sei, das Leben und Leiden in Lengerich während des Ersten Weltkriegs nachvollziehbar zu machen: „Das Buch liefert einen aufschlussreichen Blick auf das Leben in unserer Stadt.“ In Anbetracht heutiger nationalistischer Tendenzen rief er dazu auf, die Vergangenheit ohne Scheuklappen zu betrachten, nicht Schuld zuzuweisen, sondern aus der Geschichte zu lernen.
Mehrere Redner, darunter Heino Knuf als Sprecher des Heimatvereins, würdigten die akribische Recherchearbeit der Autoren. Das Ergebnis ist ein 160 Seiten umfassendes Werk, erschienen im Verlag Aschendorff. Co-Autor Bernd Hammerschmidt berichtete vor mehr als 60 Gästen von der langen Entstehungszeit des Bandes: Von der Idee über die Auswertung von Akten und historischen Zeitungen bis zur finalen Textfassung vergingen mehr als fünf Jahre. Hammerschmidt kündigte an, dass der nächste Band zur Weimarer Republik in Lengerich innerhalb eines Jahres erscheinen solle und diesmal unter seiner Federführung entstehen werde.
Dr. Peter Kritzinger, bei Aschendorff zuständig für Lokal- und Regionalgeschichte, erklärte, der Verlag sei stolz, das Buch gerade in einer für den Buchhandel schwierigen Zeit veröffentlichen zu können. Er betonte, dass eine solche Veröffentlichung zunehmend auf die finanzielle Unterstützung der jeweiligen Kommune angewiesen sei.
Die Aufgabe der Regionalgeschichte bestehe darin, Daten zu beleben und die Geschichten von Menschen zu erzählen. Kritzinger nannte dies den „Kitt unserer Gesellschaft“: Es gelte das Interesse für die eigene Geschichte zu wecken. Er zog den Vergleich zu einem Eisberg, dessen Spitze sichtbar sei, während darunter zahlreiche Quellen, Helfer, Verlag und Druckerei liegen und bei tieferer Betrachtung stets Neues zutage trete.
Im Schlusswort schlug der Autor Wesselmann den Bogen zur Gegenwart. Er erinnerte daran, dass auch damals unsichere Zeiten herrschten und Großmächte die Geschichte bestimmten. Der deutsche Kaiser habe einen „Platz an der Sonne“ gefordert und Gehorsam erwartet; Wesselmann resümierte: „Das Volk wollte gehorsam sein – auch in Lengerich.“
Das Buch ist ab sofort in der Tourist-Information Lengerich sowie im stationären und im Online-Buchhandel erhältlich.





















