Historisch kaiserliche Schulstunde mit „Fräulein Immerklug“
Über 40 Personen der Plattdeutschgruppe des Lengericher Heimatvereins besuchten in der Tüöddengemeinde Mettingen das Schulmuseum im Ensemble des Schultenhofes.
Bei sonnigem Spätsommerwetter starteten über vierzig Teilnehmer der Plattdeutsch- und weiterer Gruppen des Heimatvereins Lengerich am Donnerstag, 10. September unter Reiseleitung von Gerda und Heinz-Jürgen Zirbes mit Völkert‘s Reisebus in Richtung Tüöddengemeinde Mettingen. Auf dem Reiseprogramm stand die Besichtigung des historischen Schulmuseums im Ensemble des Mettinger Schultenhofes und des Mettinger Heimathauses „Brenninkhof“.
Eine altdeutsch strenge Schulstunde wie zu Kaiserzeiten um 1906 absolvierten die HVL-Teilnehmer mit Lehrerin „Fräulein Immerklug“, wobei jedoch auch der Humor nicht zu kurz kam.
Besonderer Höhepunkt war die Teilnahme an einer historischen Unterrichtsstunde aus dem Jahr 1906, also zu Zeiten von Kaiser Wilhelm II. Die Teilnehmer wurden zuvor von der strengen Lehrerin alias „Fräulein Immerklug“ in zwei Gruppen zu je 20 Personen aufgeteilt. Während die eine Gruppe zum Kaffee- und Kuchenessen in das „Hotelcafe Einklang“ (ehem. Telsemeyer) geschickt wurde, bekam die andere erstmal eine deutliche Belehrung zum höflichen Verhalten, strenger Disziplin und Respekt vor der Lehrerin. Danach ging es in die Klasse auf die kleinen Sitzbänkchen mit Tischchen. Schiefertafeln und Griffel wurden ausgeteilt um Buchstaben und Zahlen darauf zu kritzeln. Wer kein sauberes, geplättetes Taschentuch dabeihatte, bekam direkt zehn Stockhiebe auf den Allerwertesten. Das kleine Einmaleins wurde im Rechenunterricht abgefragt, und in Heimat- und Naturkunde konnten die Lengericher Heimatfreunde natürlich besonders glänzen. Nach 45 kurzweiligen und humorvollen Minuten aus der sogenannten „guten alten Zeit“ waren alle sehr beeindruckt aber doch froh, wieder im „Hier und Heute“ zu sein.
Nach einem kurzen Rundgang durch den schmucken Mettinger Ortskern fuhr der Reisebus zum reetgedeckten Heimathaus am Ortseingang. Hier wartete bereits Bernward Bosse vom Mettinger Heimatverein und gab ausführliche Informationen zum ältesten Haus des ursprünglichen „Brenninkhofes aus dem 16. Jahrhundert“. Der weitverzweigte, vermögende „Brenninkmeyer-Clan“ ist bis heute ein potentieller Unterstützer der Gemeinde Mettingen, sowie seiner Institutionen und Vereine. Mit einem herzlichen Dank an die Organisatoren für einen erlebnisreichen Ausflug erreichte der Reisegruppe am späten Nachmittag wieder Lengerich.


















