Protokoll der Sitzung am 14. Juli 2026
- Besuch des Hauses der Geschichte in Bonn
Alois Thomes berichtet von positiven Rückmeldungen,
– hochgradig lohnend
– Museum neu gedacht: für viele persönlich, alltagsnah und interaktiv stark erleb-
bar; die neue Dauerausstellung zeigt, wie sich Deutschland seit 1945 zu einer ge-
festigten Demokratie entwickelt hat.
Manfred Stöppel berichtet, wie in der Presse das Haus der Geschichte wahrge-
nommen wird. - Reklame in den 1960er Jahren
Frau Isermann informiert über eine Sammlung „Lengericher Anzeigenblätter“ (‚Käseblättken‘), Zeitraum 15.6.1960 – 29.11.1963. „Garantierte Auflage 12000, An alle Haushaltungen“, Verbreitungsgebiet s. Anlage). Das Anzeigenblatt wurde von Friedrich Klinker in den frühen 1950er Jahren gegründet. Die Ausgaben sind eine Fundgrube für die Lebensverhältnisse in der Stadt. Über 90 Reklamen von Geschäften wurden veröffentlicht. Es gab sachliche Informationen, die heute in der Werbung nicht mehr vorkommen, z. B. über den Artikel Milch. Wer inserierte? Geschäfte, Vereine, Landsmannschaften, Privatleute, Ärzte, Hotels und Gaststätten, Schulen, Kinos, Theater (‚Heimatklang Settel‘).
Die erste Seite schalteten im Berichtszeitraum, Hill, Rathausplatz 12 („Parkmöglichkeiten hinter dem Hause“) und H. Becker („Zentral gelegen am Rathausplatz“). Was wurde inseriert? Waren und Dienstleistungen, Öffnungszeiten und deren Veränderungen, Veranstaltungen, Familienfeste, Bälle, Verlobungen, Hochzeiten, Danksagungen, Todesfälle; Kinoprogramme (CAPITOL – Fernruf 528 -, Central – Fernruf 677 – , FESTHALLE – Fernruf 473 -, Germania Lienen ), Jobs, Kurse, Bildung. Angebote von Privatleuten: Gänseküken, Junghennen, Arbeitspferd, Ziege, Pflanzkartoffeln, Speisemöhren, „Zick-Zack“-Nähmaschine, Ölöfen, Wohnungen, Autos, Gabelheuwender, Dachziegel …
Vielen Dank für den Beitrag!
Zwei Anlagen - Kiepker-Archiv
Es ist gut, dass das Kiepker-Archiv durch die Stadt in Räumen der ehemaligen Schule Niedermark untergebracht werden konnte. Bei der Stadt wird angefragt, wie es künftig nutzbar gemacht werden kann. - Die NSDAP-Mitgliederkartei online
Über Erfahrungen und den ‚Link‘ zur Datenbank erfolgt ein Austausch. - Anfrage von Norbert Ortgies an Arbeitskreis (Archiv):
Sinti und Roma ab ca. 1930 in Lengerich: Kenntnisse, Erfahrungen
Kenntnisse und Erfahrungen gibt es nicht. Hinweis: Im Stadtarchiv gibt es Akten. - Verschiedenes
Spannende Lektüre:
Albrecht Kunkel
„Was ich noch weiß“. ASCHENDORFF Verlag
„Viele meiner engsten Zeitgenossen, der kurz vor bis kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs geborenen, sind nicht über das Kindesalter hinausgekommen. Sie starben an einer Bombe der Alliierten, einem Geschoss oder Splitter der über sie hinweg rollenden Front, an Auszehrung oder Giftgas in einem Vernichtungslager, an Eiseskälte oder Überanstrengung auf einem Treck oder an Entbehrungen in der Besatzungszeit. Dass Menschen massenhaft vorzeitig zu Tode kommen ist aber völlig normal, wenn amtierende politische Eliten dekretieren, Leute, die anders denken, sprechen, beten oder wählen, seien zu hassen und anzugreifen.
Ich bin einer der unverhofft lange Überlebenden, aus Niederschlesien geflohen und im nördlichen Münsterland aufgewachsen. Studiert habe ich Germanistik und Kunstgeschichte, dann 45 Jahre als Journalist gearbeitet, beim Ärztemagazin „Selecta“, beim „Spiegel“ und zuletzt als Chefredakteur bei „Spektrum der Wissenschaft“. Diese Aufzeichnungen widme ich denen aus meiner Kohorte, insbesondere auch jenen aus der früheren Sowjetunion, die das tiefe Aufatmen in der kurzen Phase von Perestroika und Glasnost mit der Folge der Vereinigung der beiden deutschen Nachkriegsstaaten nicht mehr miterleben konnten.“Das Leegebruch-Journal Nr. 67 wird verteilt.
Protokollant: Berthold Ostermann








