Protokoll der Sitzung am 8. September 2026
- Genehmigung des Protokolls vom 14. Juli 2026
Das Protokoll wird genehmigt und auf der Webseite des HV veröffentlicht. - Dieter Rogge: „Die Entwicklung der Beleuchtung in der Stadt Lengerich“
Mit diesem Thema hat sich Dieter Rogge längere Zeit beschäftigt und wird eine Schrift vorlegen, die 80 Seiten umfasst mit 44 Abbildungen: vom Herdfeuer bis zur Glühlampe recherchierte er. Sie wird nach einem Presseartikel angeboten werden.
Dieter Rogge berichtet in Auszügen. - Dieter Rogge: Vorinformation zu „Lengerich im Jahre 1727“
Er sammelt diesbezügliches Material, hat einen Lapeplan von 1723 und berichtet, dass es damals vier Straßenzüge gab. Die Stadt zählte damals 614 Einwohner und 150 Häuser. Die Straßen waren nicht asphaltiert, es gab keine Kanalisation, die Misthaufen lagen vor dem Haus. Es gab keine Wasserversorgung, sondern Handpumpen in und vor den Häusern. Das Brunnenrecht regelte die Benutzung durch die Anlieger. Gern nimmt Dieter Rogge Materialien und Hinweise entgegen. - Dieter Rogge: Hinweise zum Zeitungsartikel „Einblicke in das Leben vor 200 Jahren“
Zu dem Zeitungsartikel vom 23. Juli 2026 macht Dieter Rogge zwei Ergänzungen.
Herzlichen Dank! - Quelle aus dem Jahr 1935Die allgemeine wirtschaftliche Lage 1935:
Im November 1935 beklagten Breidenstein und Kreiswirtschaftsberater der NSDAP, Kreis Tecklenburg, Fritz Rahe [aus Lengerich] die schlechte wirtschaftliche Lage in Lengerich, was zu einem niedrigen Steueraufkommen der Stadt führt. Bei der „Reichsausgleichsstelle für öffentliche Aufträge im Reichs- und Preußischen Wirtschaftsministerium“ machen sie also eine Eingabe. 1933 betrug die Zahl der Arbeitslosen in Lengerich 982; „jetzt“ = Ende 1935 sind es noch 361, davon 153 Notstandsarbeiter. Um mehr Menschen in Arbeit zu bringen, führen sie acht Unternehmen an, die einstellen könnten, wenn sie nur genug Aufträge hätten.[1]
Ich stelle diese acht Unternehmen in einer Tabelle zusammen: Name, bisherige Produkte, augenblicklicher Stand der Beschäftigung und – besonders wichtig – was sie an militärisch nutzbaren Produkten herstellen können und wie viele Arbeitskräfte sie zusätzlich einstellen können.
| Firma | Bisherige Produkte | Augenblick-licher Stand | Militärisch nutzbare Produkte | Zusätz-liche Arbeits-kräfte |
| J. H. Gempt | Stahlseile | 105 | Hat Erfahrung in Produktion für Marine aus Weltkrieg | 345 |
| W&H | Metallteile für Waffen und Munition | 228 | Hat Erfahrung aus Produktion für Heereslieferungen aus Weltkrieg | |
| Ernst Upmeier Fahrradfabrik | Fährräder | 60 (in Kurzarbeit) | Fährräder für Wehrmacht, Bettstellen, Tragbahren | 90 |
| Fr. Rahe Betonwaren | Betonrohre, Kunststeine, etc. | 30 | Kunststeine für Bahnsteige u. ä. | 50 |
| Plegge Wagenbau | Karosserien für Last- und Lieferwagen | 14 | Hat schon für Heer und Reichsbahn gearbeitet | 16 |
| Hans Oppermann Baustoffgeschäft | Zerlegbare Baracken, Holzhäuser | 30 – 35 | Ist von der Reichsleitung des Arbeitsdienstes für den Bau genormter Baracken zugelassen | |
| Arbeitsgemein-schaft der Tischler | Spinde, Tische, Türen, Fenster | 300 (in 30 Mitglieds-betrieben) | „Hat bereits für Arbeitsdienst, Heer u. Luftwaffe gearbeitet“ | |
| Dyckerhoff-Wicking | Zement, Kalk | 296 | 120 – 150 |
Notstandsarbeiter sind Arbeitslose, die im Reichsarbeitsdienst verpflichtet wurden. Dieser war Teil der Wirtschaft und militärisch aufgebaut. (Er erledigte sich, als der Zweite Weltkrieg ausbrach.) 1933 wurde mit dem Bau des Lagers in Ringel/Settel (Erpenbecker Straße/Kallweger Feld) begonnen. Hier arbeiteten in Spitzenzeiten ca. 200 Personen. Es gab in Lengerich einen weiblichen Arbeitsdienst auf dem ‚Diersmann Hof‘. Die Arbeitslosen hatten z. B. Moore trocken zu legen, Gräben auszuheben, Teiche zu entschlammen, wurden im Straßenbau eingesetzt, etc. p.p. Sie hatten auch Arbeitseinsätze am Piesberg oder in Brochterbeck, wo sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad hinkamen.
Die Tabelle des Bürgermeisters ist ein Beleg dafür, dass Hitler einen Krieg anstrebte.
- Verschiedenes/Termine:
- Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026
Norbert Ortgies: Das Lager im Tunnel - Aktives Erinnern, LWL-Klinik, 21. September 2026
- Ende des 18. Jh. gab es in Lengerich 10 (zehn) Brauereien.
- Damen und Herren des DAHW, Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V. aus MS und OS trafen sich am 5.9. am Siechenstein im Kosakenhook. Alois Thomes begrüßte die Delegation.
Der Gedenkstein am ehemaligen Siechenhaus wurde 2002 vom HV gesetzt und feiert 2027 25-jähriges Jubiläum. „ZUR ERINNERUNG AN DAS 1485 GEGRÜNDETE LENGERICHER SIECHENHAUS“. - Am 24.9. wird ein online.Seminarangebot für „Archivierung im HV“ angeboten.
Bei Interesse bitte bei Karin Büscher melden.
[1] Vgl. LAV NRW W: K 350, Kreis Tecklenburg, Landratsamt Nr. 1458: 1934 – 1936: Lageberichte: hier vom 6. November 1935.
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Protokollant: Berthold Ostermann








